«Concert Royal de la Nuit reconstruit avec brio»

BALLET ROYAL DE LA NUIT

Der König tanzt. Das tun auch andere. Aber kein Monarch hat zeit seines Lebens so die Künste gepflegt wie Ludwig XIV. von Frankreich, der nicht nur ein akzeptabler Gitarrist gewesen sein muss. Vor allem beeindruckte er als Tänzer. Sein Auftritt 1653 als aufgehende Sonne am Ende des «Ballet royal de la Nuit» stellte alles bis dahin Gewesene in den Schatten. Der mächtigste Mann im Staat, Kardinal Mazarin, gab das Propagandastück für den nachmaligen «Roi soleil» in Auftrag, der im Jahr darauf seine Krönung erfuhr. Auf dem Thron angekommen, gipfelte sein Engagement 1661 in der Gründung der Académie Royale de la danse, die später mit der nachgegründeten Musik-Akademie verschmolz. Auch wenn sich das «Ballet royal de la Nuit» nicht in seiner ursprünglichen Gestalt erhalten hat, vermittelt das von Sébastien Daucé mit Fingerspitzengefühl rekonstruierte «Concert Royal de la Nuit» mehr als bloß eine Ahnung dessen, was einst die feudale Welt in Erstaunen setzte. Von Isaac de Benserade in vier «Wachen» von je drei Stunden Dauer eingeteilt, macht das musikalische Wunderwerk gleich mehrerer Komponisten nicht nur das nächtliche Treiben jener Zeit anschaulich. Vom Ensemble Correspondances anlässlich des 300. Todestags von Ludwig XIV. formvollendet eingespielt, lässt es die Geistesgeschichte des Abendlandes körperhaft werden.

Hartmut Regitz

Octobre 2015

 

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